
Die Pfarrei Mariä Himmelfahrt hat mit ihren Kindern und Kleinkindern in diesem Jahr wieder zwei gut besuchte Christmetten gefeiert. Um 15.00 Uhr begann die Ökumenische Klein-kindermette im vollbesetzten Pfarrheim, um 16.00 Uhr die Kindermette als Wort-gottesdienst in der völlig überfüllten Pfarrkirche.


Die Kleinkindermette wurde von Pastoralreferentin Martina Schlüter geleitet. An der musikalischen Gestaltung und bei der Begleitung der Gemeindelieder waren ein Kinderposaunenchor sowie drei Blockflöte bzw. Klavier spielende Mütter beteiligt.

Während der Darbietung des Textes aus dem Weihnachtsevangelium – als Dialog zwischen Vorleserin und Engel und mit Klanguntermalung – entstand Schritt für Schritt ein Bethlehemstall mit Tieren, Engeln, Maria, Josef und dem Christkind. Die bunten Figuren aus Sperrholz waren zum Teil mannshoch.

Die Kleinkinder folgten dem Geschehen mit offenkundiger Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Und sofern sie die Gebets- und Fürbittentexte noch nicht mitsprechen konnten, durften sie sich mit pantomimischen Gesten beteiligen. Pastoralreferentin Schlüter gab ihnen die passenden Gesten jeweils vor. Sogar das Vaterunser konnte auf diese Weise (siehe im Bild unten links die Passage von „Unser täglich Brot gib uns heute“ und im Bild rechts „Und führe uns nicht in Versuchung“) von allen aktiv miterlebt werden.


Am Ende wartete auf jedes Kind ein kleines Geschenk als Erinnerungsstück.


Der Kindermette in der Pfarrkirche wurde von Diakon Hans Steiner und einer riesigen Schar Ministranten Gestalt gegeben. Der Kinder- und Jugendchor beschenkte die Besucher mit seinem Gesang.

Das Evangelium wurde nicht nur gelesen, sondern auch „live“ von einigen Kindern gespielt.

Ein lebhaftes, aber dennoch ganz und gar diszipliniertes Gewusel setzte ein, als Diakon Steiner alle anwesenden Kinder einlud, sich Maria und Josef mit dem Jesuskind im Presbyterium aus der Nähe anzuschauen.

Besonders eindrucksvoll war traditionsgemäß der Schluss dieser Mette mit dem zu Herzen gehenden „Stille Nacht“ in der abgedunkelten, nur durch die Altarkerzen und durch den Christbaum beleuchteten Kirche. Rainer Dietz an der Orgel gab jeder Strophe mit einem jeweils leicht abgewandelten Harmoniensatz ein eigenes Gesicht. Und er vermied das süßlich Schwülstige im Stil von „Holder Knabe im lockigen Haar, schlaf in himmlischer Ruh!“ zugunsten der bewegten, kraftvollen Verkündigung „Christ, der Retter, ist da!“

Als „Mette“ bezeichnet man in der christlichen Liturgie gewöhnlich einen abendlichen oder morgendlichen Gebets- und Lesegottesdienst. Das Wort ist nicht etwa eine Abwandlung der Vokabel „Messe“, sondern es kommt vom lateinischen „matutina“ (Morgenstunde), welches sich auch im französischen „Matinee“ (am Vormittag stattfindende künstlerische Veranstaltung) wiederfindet. Der Ursprung des Wortes leitet sich von Matuta, der altitalischen Göttin der Frühe, her. Es ist der alte Name des kirchlichen Nacht-Lesegottesdienstes im Rahmen des Stundengebets (Lesehore).

Die Mette ist ursprünglich nicht eine „Heilige Messe“. Die Bezeichnung Christmette für die Mitternachts-Eucharistiefeier zu Weihnachten ist erst durch das Zusammenwachsen der Matutin der Christnacht mit der ersten Weihnachtsmesse entstanden. Von dort ist die Bezeichnung dann vereinzelt auch auf andere eucharistische und nicht-eucharistische Nachtgottesdienste übergegangen. Hier und da benennt man die Osternachtsliturgie am Karsamstagabend als Ostermette. Außerdem existieren noch die sogenannte Pumpermette am Nachmittag des Gründonnerstags oder auch die Trauermette am Karfreitag, sowie die sogenannten Karmetten, die morgens in der Karwoche gehalten werden.

D.R.